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NFC-Hunter: Für wen ist NFC geeignet?

NFC (Near Field Communication) ist in den Augen vieler Menschen irgendeine Technologie für Industriezwecke oder für überteuerte technische Spielereien. Irgendwie scheint NFC auch das größte Sicherheitsrisiko der Neuzeit zu sein und überhaupt: „Was soll das?“ Noch öfter bekommt man allerdings die Antwort: „Was soll das sein?“

Tatsächlich ist die oben getätigte Feststellung nicht an den Haaren herbei gezogen. Das kann jeder für sich im Alltag nachtesten und x-beliebige Menschen nach NFC fragen. Eine dunkle Ahnung, dass es NFC überhaupt gibt, haben scheinbar wenigstens diejenigen, die die tollen Werbebroschüren ihrer Kreditkartenanbieter und Anbieter von Girokarten, Payback und anderer Firmen im alltäglichen Gebrauch gelegentlich überfliegen. „Ja, stimmt, man kann das auch zum Bezahlen und so benutzen und das Smartphone kann auch NFC.“ Denn alles, was man im Werbe-Volksmund als „kontaktlos“ Bezeichnet, basiert in der Regel auf NFC-Technologie.

Alles nicht sehr detailliert, was sich da an Meinung und Ansicht zum Thema NFC zu etablieren scheint. Lasst uns das von nun an einfach ändern, damit die Chancen durch NFC für alle deutlich werden. Natürlich werden wir hier auf die Risiken von NFC eingehen, keine Frage. NFC ist keine eierlegende Wollmilchsau und auch nicht frei von Restrisiken. Auch darauf werden wir eingehen.

Ganz allgemein: Wo kann man NFC benutzen?

Kurz und knapp: Überall.

Das Prinzip von der Near Field Communication ist so simpel wie genial. Vielleicht sogar zu simpel – denn so viel Einfachheit sind die meisten gar nicht mehr gewohnt und können es schlichtweg nicht akzeptieren.

 

Wie bei jeder Art von Austausch, braucht es einen Sender und einen Empfänger. Zum Beispiel ein so genanntes NFC-Tag und ein Smartphone. Das NFC-Tag ist hier passiv. Es wartet auf den Kontakt mit dem NFC-Chip des Smartphones, um aktiv zu werden. Das Tag hat keine eigene Stromquelle und wird über die Nahfeldkommunikation mit dem Smartphone kurzfristig mit Strom versorgt und dadurch aktiv. Das Smartphone selbst versteht sich als aktiver Part, kann aber auch passiv eingesetzt werden.

NFC-Tag von NFC21

Grundsätzlich bedarf es immer mindestens einem aktiven Part. Die Kombination Passiv-Passiv ist nicht möglich, das ist logisch, denn „Passiv“ wartet darauf, von seinem Gegenüber mit Strom versorgt zu werden. Die Variante Aktiv-Aktiv hingegen funktioniert auch.

Das mag kompliziert klingen, aber im Endeffekt läuft es für den Anwender so: Er hält ein Stück Plastik an das Smartphone oder an irgendein Terminal (z. B. in der Parkhausschranke) und das Gerät führt eine vordefinierte Aktion aus.

NFC zu benutzen, das ist, wie das Ein- und Ausschalten eines Lichtschalters.

NFC ist keine Einbahnstraße

Grundsätzlich ist zu sagen: NFC (auch Nahfeldkommunikation) ist keine Technologie, die für einen einzigen, bestimmten Zweck bestimmt ist. Vielmehr ist es einfach nur eine Methode, um Informationen weiterzugeben oder um Informationen einzuholen. Überall also, wo es darauf ankommt, irgendwie geartete Informationen zu erhalten oder weiterzugeben, kann man Nahfeldkommunikation einsetzen, vorausgesetzt, beide Seiten machen mit.

Anwendungsbeispiele für Technologie:

  • kontaktloses Bezahlen an Kreditkarten-Terminals
  • Parkhaustickets bezahlen am Automaten
  • Türschlösser mit Chip, Chipkarte oder dem Smartphone öffnen
  • Stechuhren am Arbeitsplatz
  • Schranken im Parkhaus
  • Zutrittskontrollen mit Armbändern (z. B. auf Festivals)
  • Identität online mit dem Personalausweis verifizieren
  • Visitenkarten/ Kontaktdaten digital übertragen

Das waren nun nur einige Anwendungsbeispiele, die ad hoc einfallen und prinzipiell keinerlei Aufwand für den Nutzer bedeuten. Die Liste ließe sich noch quasi unendlich ausweiten. Hinzu kommen noch einige komplexere Anwendungsbereiche.

In eigener Sache:

Weitere Artikel rund um Near Field Communication werden hier gesammelt. Eine eigenständige Community rund um die Nahfeld-Technologie entsteht gerade bei Facebook via fb.me/NFCHunterDE. Bei Twitter einfach @NFCHunterDE folgen

Nullnummer: Outlook für Android

Wir alle kennen es. Die meisten von uns schon seit Anbeginn ihres digitalen Daseins: MS Outlook. Eine bekannte PC-Anwendung, auf die man zum Teil inständig auch im Android-Lager gewartet hat – quasi in der Hoffnung, zwischen den unausgegorenen E-Mail-Apps ein Angebot vorzufinden, das endlich einmal professionell und stabil ist. Leider sieht die Wahrheit anders aus. 

Finale (Beta-)Version

Zugegeben, das Design sowie die Menüstruktur sprechen ganz klar für Microsoft Outlook. Die App unterstützt sämtliche Anbieter wie Google Mail, AOL, Yahoo und Co. Die Einrichtung erfolgt in der Regel automatisch, ohne Serverdaten eingeben zu müssen. Benutzerkennung und Passwort genügen. Selbst im Westen wenig verbreitete Provider wie Yandex und mail.ru werden automatisch im Hintergrund eingerichtet. Sogar bei E-Mail-Adressen zu eigenen Domains werden  IMAP- und POP3-Postfächer und natürlich auch SMTP ohne Frickelei an Ports und Protokollen automatisch ergänzt. So zum Beispiel bei E-Mail-Konten bei Provider One.com. Somit macht Outlook beim Installieren und Einrichten durchaus einen positiven Eindruck und Lust auf mehr E-Mails. 

Outlook im PlayStore

Massive Probleme lassen allerdings nicht lange auf sich warten. Das Versenden von Mails als direkte Antwort auf empfangene Nachrichten ist immer mit Hoffen und Bangen verbunden. „Geht die Mail raus?“ Dieses Vorhaben gestaltet Outlook spätestens mit dem ersten Anhang als Glücksspiel. Wer nun denkt, „naja, dann schicke ich sie nochmal“, der wird auch hier sein wirklich blaues Wunder erleben. 

Die Mail mit dem Anhang hängt im Postausgang fest, angezeigt wird dort konsequent aber nur die Nachricht, auf die man antworten wollte. An seinen Text kommt man jedenfalls nicht mehr. Nervig!

Hinzu kommt die automatische Verhackstückung von Kalender und Kontakten.

Natürlich kann man die entsprechenden Berechtigungen verweigern, Kalender vom Sync ausschließen. Aber hier wird für die, die Mails schreiben wollen, quasi unendlich viel Platz verschwendet, der effektiver verwendet werden könnte. Denn jedes Smartphone bringt eine wesentlich bessere und flexiblere Kontaktverwaltung mit und auch leistungsfähigere Kalenderlösungen. Vor allem der Kalender in Outlook ist eine herbe Enttäuschung und lässt von seinem Umfang her nicht darauf schließen, dass es sich um die mobile Lösung des etablierten MS Outlook handeln soll. Eine anständige Monats oder eine brauchbare Wochenübersicht sucht man auf jeden Fall vergeblich. 
Der Part Kontakte erinnert allenfalls an eine plumpe Liste gespeicherter Kontakte. Mehrwert? Fail. Aber es sieht hübsch aus. 

Microsoft bietet hier eine App zu seinem Klassenprimus Outlook an, der eigentlich einem Armutszeugnis gleichkommt. Hübsche Optik, viele Versprechen – und trotzdem kein Konzept. 

Meines Erachtens, genügend Gründe, hier weiter nach Alternativen zu suchen. Und weil ich Outlook so toll finde, hier noch der PlayStore-Link: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.microsoft.office.outlook

Welche E-Mail-Apps benutzt ihr? Und was zeichnet eure Favoriten aus? 

Hinweis: Letztmalig getestet auf einem Sony Xperia ™ XZ, Android 7.1.1 Stock ROM, direkt nach Werksreset. 

Digitalisierung – Krieg in Parallelwelten

Digitalisierung ist ein Thema, das uns alle genauso betrifft, wie zum Beispiel Umweltverschmutzung. Dieser Vergleich ist weniger an den Haaren herbeigezogen, als man zunächst vermuten mag. Eine Wahrheit über die Digitalisierung.

Digitalisierung bringt uns alle weiter

Mittlerweile gibt es kaum Bereiche des täglichen Lebens, die wir uns nicht durch technische Hilfen erleichtern können. Ob selbstfahrende Autos, Drohnen (wie zum Beispiel Quadrocopter), Smartphones oder das gute alte Radio – überall bieten uns Gerätschaften ihre Hilfe an. Entweder versprechen Sie uns mehr Produktivität oder mehr Überblick oder auch schlicht einfach ein gutes Gefühl. Neben „nice-to-have“-Technik hat die Menschheit auch buchstäblich Überlebenswichtiges geschaffen. Die Anwendungsfelder reichen von der Agrarwirtschaft bis Medizin und Wissenschaft. Neben einfachen technischen Neuerungen wie Maschinen und Geräten kommt die nächste Stufe, die Digitalisierung hinzu. Dinge werden vernetzt, programmiert, ferngesteuert, teils mit einer künstlichen Intelligenz (KI) versehen. Die ersten semi-autonomen Roboter sind schon in den ersten Laboren unterwegs.

Was alles positiv klingt und durchaus seine Existenzberechtigung hat, dem liegen auch berechtigte Kritikpunkte zugrunde. Weniger aus technischer Sicht, mehr aus der Erfahrung heraus, wie sich Menschen mit ihren Möglichkeiten verhalten.

Technik muss einen Zweck erfüllen

Es ist beileibe kein Geheimnis, dass eine Vielzahl technischer Neuerungen und Erleichterungen ausschließlich auf die Anstrengungen zurückzuführen sind, möglichst effizientes Kriegsgerät bereitzustellen. Einer der wohl berühmtesten Vertreter dieser Art ist die gute alte Mikrowelle. Kaum ein Haushalt kommt mittlerweile ohne Mikrowellenkochgerät aus. Was zuvor für hochsensible und höchst gefährliche Anwendungsbereiche gedacht war, wandelte sich mit der Zeit zu einem Haushaltshelfer für die dynamische Familie und noch mehr für den hartgesottenen Single.

Einblick: Ursprung der Mikrowelle

Das Kernelement der handelsüblichen Mikrowelle bildet das Magnetron, ein Mikrowellenerzeuger. Diese Komponente wurde ursprünglich in Großbritannien entwickelt und sollte nicht zum Aufwärmen von Lasagne oder zum Auftauen von Fleisch nutzbar gemacht werden. Sein Einsatzbereich waren Radargeräte. Finanziell gefördert wurde das Vorhaben durch die USA und Großbritannien. Die Japaner hatten zur gleichen Zeit weniger passive Ziele mit dem Magnetron. Japans Intention war die Entwicklung sogenannter Strahlenwaffen.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs markierte weitestgehend auch das Ende der Anstrengungen, das Magnetron primär für die moderne Kriegsführung attraktiv zu machen. Je nach gesellschaftlicher Stimmung und Orientierung fand die Mikrowellentechnologie neue (zivile) Anwendungsbereiche. In den USA erfolgte die Erforschung weiterer Anwendungsmöglichkeit auf Zwang der US-Regierung. Der größte US-amerikanische Magnetronhersteller Raytheon war der Pionier in der Umgestaltung des Magnetrons, indem es das Magnetron für Kochzwecke umwandelte. Diese Entwicklung wurde durch das Ausbrechen des Koreakrieges 1950 vorläufig vollends ausgebremst. Es dauerte über 15 Jahre, bis diese zivile Anwendung wieder in den Fokus rückte.

Mittlerweile hat die gute alte Mikrowelle fast in jedem zivilen Haushalt Position bezogen.

Diese Entwicklung beschreibt sehr deutlich, wie schmal der Grat ist, zwischen positiver und verheerender Nutzung menschlicher Erfindungen und Errungenschaften. Immer wieder abhängig von ökonomischen, sozialen und politischen Strömungen und Stimmungen, entscheidet sich innerhalb kurzer Zeit, ob eine aktuelle Entwicklung zur Bereicherung oder zur Vernichtung eingesetzt wird.

Optimismus! Wir haben die besten Voraussetzungen

Die westliche Welt lebt seit vielen Jahren – größtenteils – in Frieden. Die zivile Bevölkerung fordert folglich Entwicklung und Einsatz für zivile und humanitäre Zwecke ein. Kriegsgespenster sollen möglichst lang ferngehalten werden. So hat sich in unseren Breiten eine ganze Digitalisierungsindustrie gebildet, die sich der nächsten Stufe möglicher technischer Neuerungen verschrieben hat. Durch die immer weiter wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung stehen uns Möglichkeiten offen, unseren persönlichen Alltag, den Geschäftsalltag oder unseren Einsatz in charitativen Einrichtungen zu organisieren – oder am besten direkt miteinander zu verknüpfen. Technische Geräte werden intelligenter, aus der Ferne kontrollierbar. Selbst Operationen am offenen Herzen gelingen mittlerweile erfolgreich per Remote-Verbindung. Dank Digitalisierung wird aus tausenden Kilometern Entfernung operiert.

Eine tolle Sache, wie ich finde! Es gibt so viele Möglichkeiten! Und doch verweigern sich so viele Menschen aufgrund in Sommerlöchern heraufbeschworener Datenschutzhysterie und Technophobie anzunehmen, was die Menschheit möglich gemacht hat. Hinzu kommt außerdem das wieder aufflammende Säbelrasseln zwischen West und Ost. Wer im Recht ist und wer die richtigen Ziele verfolgt, das ist nicht einfach in Schwarz-Weiß-Malereien darzulegen – und somit wieder Futter für technophobe Hysteriemedien allenthalben. Umso länger der Kanon innerhalb der täglichen Informationsfluten besagt, dass wir Angst vor Fortschritt und Technologie haben sollten, desto weiter drängt sich der Mensch selbst zurück und beraubt sich auf diese Weise vieler möglicher Ziele in Technik, Medizin oder Industrie.

Fazit: Weitermachen!

So kompliziert, vielleicht verwirrend, aber auf jeden Fall blockierend die heutigen Zeiten auch sein mögen, das wichtigste Ziel muss es nunmehr sein, voranzugehen. Es können schon Kleinigkeiten sein, die den Alltag revolutionieren. Vielleicht irgendein Chip oder ein anderes Gadget, das dafür sorgt, viele Stress verursachende Tätigkeiten zuhause reduzieren oder optimieren können. Wer weiß?

Die Eier legende Wollmilchsau dürfen wir alle nicht erwarten. Aber wir müssen endlich wieder davon träumen!

Also: Auf zu neuen Träumen!

Sebastian Klaus

Abwrackprämie 2.0: Kaufprämie für Elektroauto – Tesla ist raus

Wer nicht vollends im Thema war, der bekam nicht viel von den Diskussionen zur Kaufprämie für Elektroautos mit. Was von außen betrachtet eine gute Sache für Nachhaltigkeit und Umweltschutz darstellt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schnell als Mogelpackung und Rohrkrepierer.

1.200.000.000 Euro groß ist der imaginäre Geldhaufen, auf den sich die Hoffnungen Wolfgang Schäubles stützen. Passend dazu versprach bereits Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, 15.000 zusätzliche Ladestationen im gesamten Bundesgebiet. Für den Ausbau der e-mobilen Infrastruktur stelle der Bund zwischen 2017 und 2020 rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus verspricht das Elektromobilitätsgesetz Privilegien für E-Fahrzeug-Halter.

Eckdaten zur Kaufprämie für elektrisch angetriebene Automobile:

  • 4000 Euro Zuschuss für reine E-Autos
  • 3000 Euro für Elektro-Hybride
  • Fördersumme 1,2 Mrd. Euro
  • Kaufpreis maximal 60.000 Euro
  • Laufzeit bis 2019

Elektromobilitätsgesetz: Elektroauto-Förderung mit Haken und Ösen

clause-684506Eine derart voluminöse Förderkampagne benötigt eine rechtliche Grundlage. Zu diesem Zweck wurde das Elektromobilitätsgesetz ins Leben gerufen. Der vollständige Name des Gesetztes lautet vollmundig: Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge (Elektromobilitätsgesetz – EmoG).

Folgende Fragen könnten sich durch die neue Gesetzgebung für die „Elektrischen“ erübrigen:

„Wo kann ich kostenlos parken?“

E-Autos sollen kostenlos parken dürfen. Es sind verschieden Modelle möglich. Denkbar ist es, in bestimmten Bezirken alle öffentlichen Parkplätze für Stromfahrer freizugeben – zu bestimmten Zeiten oder „open end“. Alternativ ist denkbar, dass Kommunen eigene Haltebuchten ohne Ticketzwang ausweisen.

„Wann darf ich auf der Busspur fahren?“

E-Autos sollen die Busspur per se benutzen dürfen. Das ist ein interessanter Punkt für das Fahren in Städten wie Frankfurt, Berlin oder Hamburg. Für die, die hauptsächlich überland unterwegs sind, wird sich wenig ändern. Kommunen entscheiden hierüber selbst und definieren individuelle Regeln.

„Wieviel Steuer kostet mein Auto?“

Gar nichts. Stromfahrzeuge zahlen 10 Jahre keine Steuern. Befreiung von der Steuer klingt positiv. Die Mindereinnahmen im Steuerhaushalt kompensieren die Fahrer, die sich keinen Stromer leisten können.

Sonderrechte für Elektroautos

Die Bundesregierung gibt auf bundesregierung.de zum Beschluss des Bundesrats bekannt:

(…)

2016-05-06 11_52_23-Bundesregierung _ Artikel _ Sonderrechte für Elektroautos
Die Kommunen dürfen vor Ort entscheiden, ob Stromer kostenlos parken. Aufgrund der zugesicherten Flexibilität unbürokratischer Möglichkeiten könnten diese Privilegien auch kurzfristig entzogen werden. Lenker von Elektroautos müssten sich vor Fahrtantritt über ihre Privilegien in jeder Stadt, die sie durchfahren oder besuchen möchten, gesondert zu informieren. Das kommt einer Fragmentierung gleich.

Finanzierung der Förderung der Elektromobilität

1,2 Milliarden Euro müssen allein für die neuzeitliche Variante der Abwrackprämie bereitgestellt und gesichert werden. Die Finanzierung übernehmen zur Hälfte die Automobilhersteller und zur Hälfte die Allgemeinheit über die Steuerzahlungen. Somit tragen alle geschlossen die staatlich bezuschusste Elektromobilität.

Tesla wettert lautstark und das nicht zu Unrecht

Es sind Modelle wie der Renault Zoe, BMW i3 und der Volkswagen e-Golf, die von den neuen Regeln zur Kaufpreiserleichterung berücksichtigt werden (Anschaffungspreis höchstens 60.000 Euro). Das sind alles Modelle, die nur knapp über 200 Kilometer Reichweite aufbringen können. Die meisten sogar deutlich weniger. Preislich orientieren sich die förderbaren Modelle unter anderem zwischen 19.390 Euro (Citroën C-Zero) und 39.200 Euro (Mercedes B-Klasse Sports Tourer Electric Drive). Keiner davon schafft wesentlich mehr als 200 Kilometer. Mit einer Akkuladung kämen die wenigstens also eine Woche lang zur Arbeit und wieder heim. Deren Gegenspieler sind Tesla Model S (Reichweite 421 bis 499 Kilometer, je nach Ausstattung) und Tesla Model X (Reichweite 417 bis 489 Kilometer, je nach Ausstattung).  Preis Model S ab 88.200 Euro, Preis Model X ab 96.100 Euro. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat Tesla Model S als Oberklassefahrzeug eingestuft.

Tesla knüpft mit Elektroauto bei Berufspendlern und Vielfahrern der Oberklasse an

Der amerikanische Pionier in Sachen Elektromobilität fühlt sich zu Unrecht um die Möglichkeit gebracht, sich deutschen Markt weiter zu etablieren. So bezeichnen die Amerikaner die Obergrenze von 60.000 Euro als willkürlich. Im Blog verweist Tesla darauf, mit dem Oberklassesegment genau die Zielgruppe zu fokussieren, die den höchsten CO2-Ausstoß habe. Darunter fällt der 7er BMW genau wie die Mercedes-Benz S-Klasse. Das Tesla-Team klar, dass es seit seiner Gründung 2003 der einzige Hersteller sei, der sich konsequent nur auf die Weiterentwicklung und Herstellung von Elektroautos konzentriert habe.

Die Obergrenze von 60.000 Euro lässt den Amerikanern nur wenige Möglichkeiten, von einer Förderung nach EmoG zu partizipieren.

zum Tesla-Blog (Elektroauto)
zum Tesla-Blog

Tesla formuliert es im eigenen Blog noch drastischer: „Die Förderung von Nachhaltigkeit sollte nicht auf Elektroautos ausgewählter Unternehmen begrenzt sein. Grundsätzlich sollten die Kunden aller Hersteller gefördert werden, die dazu beitragen CO2 Emission zu reduzieren und die Umwelt zu schützen.“

Den gesamten Blogbeitrag lesen Sie hier.

Fazit: EmoG wird mehr kosten als nützen

Elektronische Kraftfahrzeuge verdienen ihren Platz auf den Straßen Deutschlands. Nicht nur als Hüter hinter Autohaus-Schaufenstern. Das Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge erscheint in diesem Zusammenhang als halb garer Versuch etwas zu bewirken, ohne etwas anzupacken. Förderfähige Fahrzeuge befinden sich in den Preisklassen, in denen selten finanzielle Sprünge möglich sind. Kurzerhand 15.000 Euro für ein Auto aufbringen, das gerade einmal 150 Kilometer zurücklegt? Das ist für viele keine Option, sondern der ökonomische Super-GAU. Alltagstauglich erscheinen diese Fahrzeuge mangels Reichweite nicht. Eher sind sie als Luxusvergnügen anzusehen. An der Finanzierung alltagsuntauglicher Luxusgefährte hat sich die
Allgemeinheit zu beteiligen.
Gleichzeitig bleibt die Oberklasse battery-explosion-98710konkurrenzlos auf deutschen Straßen vertreten. Auch die zu erwartende Fragmentierung von Park- und anderen Verkehrsregeln bringt einen bitteren Beigeschmack mit sich. Fortan ist nicht nur ein Blick für den deutschen Schilderwald nötig. So manche Regel bedeutet bald von Fahrzeug zu Fahrzeug etwas anderes.