Archiv der Kategorie: Umwelt

Die Umwelt kommt zu oft zu kurz. Hier finden Sie Blogbeiträge zu diesem Thema.

Doktor, Ingenieur, Betriebswirt – wozu? 

In Deutschland ist man so stolz auf seine akademischen Grade und Titel, wie sonst kaum irgendwo. Da werden Doktoren, Betriebswirte, Ingenieure und Diplom-Wasweißich präsentiert und notiert, dass es nur kracht. Klar, ein Dr. Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. MBA Müller sieht natürlich viel wichtiger und gebildeter aus, als Richard Müller aus Wanne-Eickel. Aber steckt auch etwas dahinter?

Oft ganz viel heiße Luft

Mit Sicherheit haben diese Leute lange studiert und ganz gewiss haben sie von ihrem Thema viel Ahnung. Da werden ja auch Dissertationen verfasst oder eine Masterthesis zu megacoolen Themen. Zum Beispiel darüber, ob man Friedhöfe in Berlin einstampfen und Wohngebiete daraus machen soll. Für solche Überlegungen braucht es einiges Denkvermögen – zumindest aber Kreativität. Ein Normalo käme jedenfalls niemals auf die Idee, sich über so etwas Gedanken zu machen.

Bei allem Respekt für solcherlei Titel und Grade und zusätzliche h.c.-Grade sei dennoch folgende Frage gestattet: Was zum Teufel sorgt dafür, liebe Highestprofessionals, dass Sie mit dem ersten Dr. oder Dipl.-Ing. jegliche Fähigkeiten zum Bewältigen alltagsüblicher Situationen verlieren. Auf der Vermisstenliste stehen zum Beispiel:

  • Apps herunterladen
  • lesen, was man unterschreiben soll, bevor den Stift zückt
  • auf normale Art und Weise kommunizieren (Höflichkeitsformen, Respekt, … )
  • Akzeptieren, dass Vereinbarungen und Verträge für beide Seiten gültig sind …
  • usw. usf.

Ja, natürlich! Es gibt auch hier genetische Ausnahmeerscheinungen, die sich hervorragend in eine Welt einbringen, die von Sozialverhalten lebt und sich vom Miteinander nährt. Augenscheinlich muss es sich dabei allerdings leider um bedauernswerte Einzelfälle handeln.

Selbermacher oder Alleskäufer – Eine Frage der Persönlichkeit?

DIY (Do-It-Yourself) – MACHEN ODER KAUFEN?

Heutzutage haben wir es ja sehr einfach, wenn es darum geht, unser alltägliches Umfeld zu verschönern oder uns mit Praktischem zu versorgen. PC oder Tablet an, kurz bei Bing oder Google vorbei schauen und schon finden wir in käuflich erwerbbarer Form, was uns noch fehlt. Mit der Zeit kommt da einiges zusammen. Aber muss man alles kaufen? Was kann man selber machen?

Dieser Artikel passt nicht wirklich in mein Genre? Das ist okay. Ich habe die Frage durch Zufall auf wohnkultur.de gesehen. Ich konnte nicht anders, als mir genau darüber Gedanken zu machen.

Bequemlichkeit verdirbt die Kreativität

Einfach ist es, wie schon erwähnt. Ein Regal müsste her – oder eine neue, hübsche Lampe. Vielleicht müsste auch der Garten mit einem neuen Blumenbeet ausgestattet werden? Suchmaschinen, Amazon oder die Websites von Ikea, Hornbach und Möbel Höffner schaffen da rasch Abhilfe. Für irgendwo zwischen fünfzig und zweihundert Euro finden wir meist das, was wir brauchen, bestellen es und bauen es rasch auf. Thema erledigt. „Steht! Sieht gut aus!“

Leider, leider, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass einige andere auch diesen Weg gehen. Und wenn man Bekannte und Freunde besuchen geht, dann stellt man flugs fest: Irgendwie haben alle das gleiche Regal. Meistens ein Billy – weiß oder schwarz. Oder irgendwas aus dem Dänischen Bettenlager. Und das ging mir schon vor einigen Monaten bereits tierisch auf den Keks. Ich habe doch Ideen! Ich habe Lust, mir etwas zu schaffen, das keiner hat. Ich möchte bestimmen, wie es bei mir aussieht. Ikea soll das nicht tun!

DIY: Ohne Werkzeug geht gar nichts.
DIY: Ohne Werkzeug geht gar nichts.

Früher, mit dreizehn, vierzehn Jahren, da war ich immer eifrig dabei, mir irgendwelche Möchtegern-Möbel zu bauen. Opas Werkstatt war ja bestens ausgestattet. Ein paar alte Holzlatten, der Rest einer Sperrholzplatte, Nägel, Schrauben, Leim – das hatte gereicht, damit ich mir ein supercooles Spielzeugregal für den heimischen Hof zimmern konnte. Und heute? Da stehe ich da, zwischen den Billys und habe keine Ahnung, wie ich das damals gemacht habe. Eigentlich habe ich ja nicht einmal das Werkzeug dafür – wozu auch? Ich habe ja jetzt Geld – und kaufe einfach ein. Doofe Sache! Also?

Basis schaffen, für die Heimwerker-Werkstatt

An diesem Punkt angekommen, überlegte ich mir, was ich, sollte ich die Muße verspüren, etwas selbst zu bauen, bräuchte. Ein Plan musste her, für das notwendige DIY-Inventar.

Was braucht man für DYI?

Bevor man Pläne schmiedet, der Kreativität freien Lauf lässt und sich in Bauprojekte stürzt, bedarf es einiger Gerätschaften, Instrumente und Utensilien. Folgender kamen auf die To-Do-Liste essentieller Dinge:

  • Akkuschrauber
  • Schraubendreher und Schraubenschlüssel
  • diverse Zangen
  • Stichsäge
  • Handsäge (Fuchsschwanz)
  • Wasserwaage
  • Gliedermaßstab (ihr kennt das als Zollstock)

Dann noch das Verbrauchsmaterial:

  • Schrauben
  • Nägel
  • Holzleim
  • Klebeband
  • Schleifpapier

Nachdem diese erste Liste stand, ging ich also daran, Besorgungen zu tätigen. Ich überlegte mir zuerst: „Was darf das kosten?“ Klar ist, es muss für den ungeübten Heimwerker kein Profi-Equipment sein. Den Mist aus der 5-Euro-Abteilung sollte man aber auch meist liegen lassen, denn wir wissen ja: „Wer billig kauft, der kauft meist zweimal.“

Was Elektrogeräte angeht, bin ich etwas „engstirnig“. Werkzeugmaschinen von Bosch habe ich schon immer vertraut.

Daher schaffte ich mir die kleine Bosch PSR 10.8 LI an. Die gibt’s bei Amazon für rund 89,00 Euro. Im Angebot bei Baumärkten habe ich sie auch schon für 69,00 Euro gesehen.

Die Stichsäge sollte meines erachtens auch aus der Bosch Home Series sein. Ich entschied mich somit für die Bosch PST 700-E (ab rund 53,00 Euro).

Schraubendreher und Zangen erwarb ich von der Firma Mannesmann im netten Werkzeugkoffer aus Aluminium. Hierfür waren rund 35,00 Euro fällig.

Handsägen, Wasserwaage und Gliedermaßstab erwarb ich dann für insgesamt noch einmal 35,00 Euro.

Gesamtkosten für Werkzeuge und auch Verbrauchsmaterial: keine 250,00 Euro!

Das Anschaffen der benötigten Gerätschaften ist also nicht teurer als das Kaufen eines normalen, ganz einfachen Möbelstücks, dass unsere Großeltern unter Garantie ohnehin allein und ansehnlich selbst gemacht hätten.

Einmalig hinzu kommen dann freilich noch die Kosten das benötigte Material, sofern man keine ausgemusterten Möbel oder Materialien verwertet. Auch das kostet nicht die Welt.

Somit steht außer Frage, ob selber machen oder kaufen. Sowohl hinsichtlich persönlicher Entfaltung als auch hinsichtlich der Kosten und sogar umweltbewusstem Verhalten, erweist sich das Selbermachen als gerechtfertigte Alternative. Insofern bin ich immer dafür, Dinge selbst zu tun, anstatt sie zu kaufen.

Was baut man am besten DIY?

DIY-Möbel
Möbel selber bauen ist kein Problem – wenn man sich traut.

Wie bereits weiter oben erwähnt, hat diese ganze (eigentlich von mir so geliebte) Digitalisierung dazu beigetragen, dass ich in Sachen „physischer Kreativität“ gänzlich eingerostet – wenn nicht gar verblödet bin. Zum Glück fand ich ein paar nette Bücher mit Tipps und grundsätzlichen Ideen – auch Zeitschriften wie „Selbst ist der Mann“ zeigen immer wieder teils banal anmutende Ideen, die wirklich Spaß machen können.

Mir persönlich gefallen da sogar Bücher am besten, die sich mit der Verwertung alter Möbelstücke beschäftigen. Auch gibt es Bücher, die zeigen auf, wie man Holzreste verwerten kann, in Form neuer Möbel oder Dekoartikel. Eine tolle Sache!

Für diesen Sommer habe ich selbst einige Projekte vorgenommen, die ich anhand verschiedener Selberbauanleitungen aus dem Internet zurechgelegt habe. Zum Beispiel möchte ich noch:

  • einen Sandkasten bauen, für die Kinder
  • ein Hochbeet aus Europaletten bauen, für die Freundin
  • ein Regal mit Werkbank für den Keller bauen, für mich selbst

Sobald ich diese Projekte abgeschlossen habe, werde ich euch hier zeigen, wie die Ergebnisse aussehen.

Das war’s an dieser Stelle erst einmal von mir.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sebastian Klaus 

Was ist Glyphosat? Gefährlich oder harmlos?

Glyphosat ist das zurzeit wohl am heftigsten diskutierte Herbizid am Markt. Der Unkrautvernichter ist so lang und so flächendeckend im Einsatz, wie kaum ein anderer. Er ist eine Entwicklung von Monsanto aus den USA. Doch was ist Glyphosat und weshalb wird es geschützt?

wheat-609909_1920Glyphosat (chemische Summenformel C3H8NO5P) ist ein sogenanntes nicht-selektives Blattherbizid und wird zur Vernichtung verschiedener Unkrautarten in der Landwirtschaft genutzt. Aktuell ist Glyphosat ein Inhaltsstoff vieler Breitbandherbizide. Das Mittel wurde in den 1970er Jahren vom US-amerikanischen Agrarriesen Mosanto auf den Markt gebracht und vermarktet. Diesem Herbizid wird nachgesagt, dass es ein Unkrautvernichter sei, der nur gentechnisch veränderte Pflanzen verschone.  Das Glyphosat-Produkt, mit dem Monsanto 1974 an den Markt ging hieß RoundUp – und hat den Namen bisher beibehalten. Da die Patente Monsantos in vielen Ländern bereits abgelaufen sind, tummeln sich auch weitere Produkte mit den gleichen Eigenschaften unter anderen Namen auf dem Markt. Glyphosat RoundUp wird zunehmend weiter verbreitet.

Die Wirkungsweise glyphosathaltiger Herbizide

Glyphosat wird von Pflanzen durch alle grünen, also an der Fotosynthese beteiligten Bestandteile aufgenommen – vor allem über die meist großflächigen Blätter. Der Wirkstoff Glyphosat wird von dort aus direkt in die Wurzeln weitergeleitet, zu den Wachstumspunkten. Auch jüngere Triebe werden gezielt vom Wirkstoff angesteuert. Dort angekommen blockiert Glyphosat die Produktion von Aminosäuren, die dafür nötig sind, dass die Pflanze wächst. Diese Art des Stoffwechsels ist bislang nur bei Bakterien, Pflanzen und Pilzen bekannt. Somit erklärt sich, dass Glyphosat sowohl für Menschen wie auch Tiere generell nur vernachlässigbar toxisch einzustufen ist. Wissenschaftliche Studien bestätigten dies.

Wegen seiner direkten Wirkung auf die behandelten Pflanzen werden Glyphosate mit Vorliebe zum Schutz von gentechnisch veränderten Saaten verwendet. Einer der größten Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut ist wieder Monsanto. Gentechnisch veränderte Pflanzen reagieren nicht auf die Glyphosatbehandlung.

Schwerwiegende Vorwürfe wegen Glyphosatverharmlosung

Bereits seit Längerem werfen BUND und andere nationale sowie internationale Organisationen und Forscher der Agrarindustrie vor, Glyphosat würde Embryonen schädigen und krebserregend sein. Immer wieder werden Rufe gegen das Mittel laut. Auch die Grünen im Bundestag machen sich gegen diesen Chemiemix stark.

Das Bundesamt für Risikobewertung 2014 entschied dem widersprechend, Glyphosate seien so ungefährlich, dass die Höchstmenge, die ein Erwachsener pro Tag ohne zu erwartende gesundheitliche Beeinträchtigung verzehren dürfe, von 0,3 mg auf 0,5 mg pro Kilo Körpergewicht angehoben wurde. Für alle Kritiker bedeutet dies eine Art Super-GAU. Das Anheben der Schwelle von 0,3 mg auf 0,5 mg bedeutet eine Toleranzsteigerung von 60%. Für einen Menschen mit einem Körpergewicht von 75 kg bedeutet das, dass er bis 2014 22,5 mg Glyphosat zu sich nehmen konnte, ohne gesundheitliche Einschränkungen befürchten zu müssen. Ab 2014 waren es dann 37,5 mg, die der 75 kg schwere Mensch vertragen müsste. Das widerspricht den Feststellungen der Albert-Schweitzer-Stiftung vom Juni 2014 erheblich.

Glyphosat und RoundUps: gefährlich für DNA

Monsanto als Giftmischer - nicht nur für Glyphosat
Monsanto als Giftmischer

Laut verschiedenen Veröffentlichungen und Studien, wird Glyphosatprodukten und RoundUps eine schädigende Wirkung auf unter anderem DNA, Embryonalzellen sowie Plazentazellen zugeschrieben. Dies betrifft nicht nur den menschlichen Organismus – auch Tiere seien in erheblichem Maße davon betroffen. Die Albert-Schweitzer-Stiftung führt zudem weiter aus, dass Glyphosat offensichtlich mitverantwortlich sei, für eine Vielzahl an Fehlbildungen sowie Fehlgeburten.

Eine Studie des MDPI verdeutlicht darüberhinaus, dass Glyphosat das Auftreten von Alzheimer, Diabetes und sogar Krebs begünstigte. Gleichfalls würden damit belastete Menschen eher an Depressionen, Herzerkrankungen sowie Unfruchtbarkeit leiden. Unabhängig vom persönlichen und gesellschaftlichen Schaden, den diese Monsanto-Kreation anrichten kann, wirke das Herbizid auch negativ auf die Fruchtbarkeit des Bodens und der darin innewohnenden Fauna (siehe: agrarkoordination.de).

Fazit: Glyphosat ist gefährlich!

Einige Glyphosatverfechter hingegen beteuern gebetsmühlenartig, dass die entsprechenden Studien nicht aussagekräftig seien. Sie würden nicht zweifelsfrei den ursächlichen Einfluss von Glyphosat RoundUps für die Erkrankungen und genetischen Erscheinungen darlegen. Doch schon allein die begründbare Vermutung, die objektiv heranziehbare Eventualität, Glyphosat, das unbestreitbar essenzieller Bestandteil unseres Alltags ist, reicht aus, um hier aktiv gegen den ausgemachten Goldesel von Monsanto vorzugehen.

Wie sehen Sie das? Teilen Sie mir Ihre Meinung zu Glyphosat, Gentechnik und Monsanto mit.

Abwrackprämie 2.0: Kaufprämie für Elektroauto – Tesla ist raus

Wer nicht vollends im Thema war, der bekam nicht viel von den Diskussionen zur Kaufprämie für Elektroautos mit. Was von außen betrachtet eine gute Sache für Nachhaltigkeit und Umweltschutz darstellt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schnell als Mogelpackung und Rohrkrepierer.

1.200.000.000 Euro groß ist der imaginäre Geldhaufen, auf den sich die Hoffnungen Wolfgang Schäubles stützen. Passend dazu versprach bereits Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, 15.000 zusätzliche Ladestationen im gesamten Bundesgebiet. Für den Ausbau der e-mobilen Infrastruktur stelle der Bund zwischen 2017 und 2020 rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus verspricht das Elektromobilitätsgesetz Privilegien für E-Fahrzeug-Halter.

Eckdaten zur Kaufprämie für elektrisch angetriebene Automobile:

  • 4000 Euro Zuschuss für reine E-Autos
  • 3000 Euro für Elektro-Hybride
  • Fördersumme 1,2 Mrd. Euro
  • Kaufpreis maximal 60.000 Euro
  • Laufzeit bis 2019

Elektromobilitätsgesetz: Elektroauto-Förderung mit Haken und Ösen

clause-684506Eine derart voluminöse Förderkampagne benötigt eine rechtliche Grundlage. Zu diesem Zweck wurde das Elektromobilitätsgesetz ins Leben gerufen. Der vollständige Name des Gesetztes lautet vollmundig: Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge (Elektromobilitätsgesetz – EmoG).

Folgende Fragen könnten sich durch die neue Gesetzgebung für die „Elektrischen“ erübrigen:

„Wo kann ich kostenlos parken?“

E-Autos sollen kostenlos parken dürfen. Es sind verschieden Modelle möglich. Denkbar ist es, in bestimmten Bezirken alle öffentlichen Parkplätze für Stromfahrer freizugeben – zu bestimmten Zeiten oder „open end“. Alternativ ist denkbar, dass Kommunen eigene Haltebuchten ohne Ticketzwang ausweisen.

„Wann darf ich auf der Busspur fahren?“

E-Autos sollen die Busspur per se benutzen dürfen. Das ist ein interessanter Punkt für das Fahren in Städten wie Frankfurt, Berlin oder Hamburg. Für die, die hauptsächlich überland unterwegs sind, wird sich wenig ändern. Kommunen entscheiden hierüber selbst und definieren individuelle Regeln.

„Wieviel Steuer kostet mein Auto?“

Gar nichts. Stromfahrzeuge zahlen 10 Jahre keine Steuern. Befreiung von der Steuer klingt positiv. Die Mindereinnahmen im Steuerhaushalt kompensieren die Fahrer, die sich keinen Stromer leisten können.

Sonderrechte für Elektroautos

Die Bundesregierung gibt auf bundesregierung.de zum Beschluss des Bundesrats bekannt:

(…)

2016-05-06 11_52_23-Bundesregierung _ Artikel _ Sonderrechte für Elektroautos
Die Kommunen dürfen vor Ort entscheiden, ob Stromer kostenlos parken. Aufgrund der zugesicherten Flexibilität unbürokratischer Möglichkeiten könnten diese Privilegien auch kurzfristig entzogen werden. Lenker von Elektroautos müssten sich vor Fahrtantritt über ihre Privilegien in jeder Stadt, die sie durchfahren oder besuchen möchten, gesondert zu informieren. Das kommt einer Fragmentierung gleich.

Finanzierung der Förderung der Elektromobilität

1,2 Milliarden Euro müssen allein für die neuzeitliche Variante der Abwrackprämie bereitgestellt und gesichert werden. Die Finanzierung übernehmen zur Hälfte die Automobilhersteller und zur Hälfte die Allgemeinheit über die Steuerzahlungen. Somit tragen alle geschlossen die staatlich bezuschusste Elektromobilität.

Tesla wettert lautstark und das nicht zu Unrecht

Es sind Modelle wie der Renault Zoe, BMW i3 und der Volkswagen e-Golf, die von den neuen Regeln zur Kaufpreiserleichterung berücksichtigt werden (Anschaffungspreis höchstens 60.000 Euro). Das sind alles Modelle, die nur knapp über 200 Kilometer Reichweite aufbringen können. Die meisten sogar deutlich weniger. Preislich orientieren sich die förderbaren Modelle unter anderem zwischen 19.390 Euro (Citroën C-Zero) und 39.200 Euro (Mercedes B-Klasse Sports Tourer Electric Drive). Keiner davon schafft wesentlich mehr als 200 Kilometer. Mit einer Akkuladung kämen die wenigstens also eine Woche lang zur Arbeit und wieder heim. Deren Gegenspieler sind Tesla Model S (Reichweite 421 bis 499 Kilometer, je nach Ausstattung) und Tesla Model X (Reichweite 417 bis 489 Kilometer, je nach Ausstattung).  Preis Model S ab 88.200 Euro, Preis Model X ab 96.100 Euro. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat Tesla Model S als Oberklassefahrzeug eingestuft.

Tesla knüpft mit Elektroauto bei Berufspendlern und Vielfahrern der Oberklasse an

Der amerikanische Pionier in Sachen Elektromobilität fühlt sich zu Unrecht um die Möglichkeit gebracht, sich deutschen Markt weiter zu etablieren. So bezeichnen die Amerikaner die Obergrenze von 60.000 Euro als willkürlich. Im Blog verweist Tesla darauf, mit dem Oberklassesegment genau die Zielgruppe zu fokussieren, die den höchsten CO2-Ausstoß habe. Darunter fällt der 7er BMW genau wie die Mercedes-Benz S-Klasse. Das Tesla-Team klar, dass es seit seiner Gründung 2003 der einzige Hersteller sei, der sich konsequent nur auf die Weiterentwicklung und Herstellung von Elektroautos konzentriert habe.

Die Obergrenze von 60.000 Euro lässt den Amerikanern nur wenige Möglichkeiten, von einer Förderung nach EmoG zu partizipieren.

zum Tesla-Blog (Elektroauto)
zum Tesla-Blog

Tesla formuliert es im eigenen Blog noch drastischer: „Die Förderung von Nachhaltigkeit sollte nicht auf Elektroautos ausgewählter Unternehmen begrenzt sein. Grundsätzlich sollten die Kunden aller Hersteller gefördert werden, die dazu beitragen CO2 Emission zu reduzieren und die Umwelt zu schützen.“

Den gesamten Blogbeitrag lesen Sie hier.

Fazit: EmoG wird mehr kosten als nützen

Elektronische Kraftfahrzeuge verdienen ihren Platz auf den Straßen Deutschlands. Nicht nur als Hüter hinter Autohaus-Schaufenstern. Das Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge erscheint in diesem Zusammenhang als halb garer Versuch etwas zu bewirken, ohne etwas anzupacken. Förderfähige Fahrzeuge befinden sich in den Preisklassen, in denen selten finanzielle Sprünge möglich sind. Kurzerhand 15.000 Euro für ein Auto aufbringen, das gerade einmal 150 Kilometer zurücklegt? Das ist für viele keine Option, sondern der ökonomische Super-GAU. Alltagstauglich erscheinen diese Fahrzeuge mangels Reichweite nicht. Eher sind sie als Luxusvergnügen anzusehen. An der Finanzierung alltagsuntauglicher Luxusgefährte hat sich die
Allgemeinheit zu beteiligen.
Gleichzeitig bleibt die Oberklasse battery-explosion-98710konkurrenzlos auf deutschen Straßen vertreten. Auch die zu erwartende Fragmentierung von Park- und anderen Verkehrsregeln bringt einen bitteren Beigeschmack mit sich. Fortan ist nicht nur ein Blick für den deutschen Schilderwald nötig. So manche Regel bedeutet bald von Fahrzeug zu Fahrzeug etwas anderes.