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Buchtipp: Russischer Winter mit Vladimir Sorokin

Russischer Winter mit Vladimir Sorokin

Eine wahnwitzige und erheiternde Irrfahrt mit Gefühl und Pathos.

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Aktuell lese ich Der Schneesturm (von Vladimir Sorokin). Warum ich das erzähle? Heute war es draußen um die dreißig Grad warm, sonnig, trocken. Das Gemüt ist mir beinahe vor Freude aus dem Hemdkragen gehüpft. Und in Sorokins Schneesturm? Da geht es anders zu – so anders, dass es gleich doppelt lesenswert wird.

Ob ganz individuelle Tragödien, drohende Gefahren für die ganze Menschheit oder einfach nur Sex – Sorokin verpackt erneut alle Auswüchse menschlichen Tuns so herrlich erfrischend und direkt, dass einen die plötzlichen Sprünge zwischen poetisch anmutender russischer Erzählkunst und vulgärem Aufbegehren fast zu erschlagen vermögen. Der Spießrutenlauf der Hauptcharaktere geht nahtlos in einen Spießrutenlauf der eigenen Wahrnehmung und dem Empfinden zum Geschehen über.

Im Schneesturm verloren?

Ich werde an dieser Stelle nicht spoilern. Das tut man nicht. Dieser Roman des russischen Autors Vladimir Sorokin spielt in der Zukunft – allerdings nur wenige Jahrzehnte nach dem heutigen Tag. Der Autor führt den Leser (wie auch in seinem Buch Tag des Opritschniks) in ein Russland, das geprägt ist von Gegensätzen, von Einsamkeit und staatlichem Einfluss – aber auch von absolut absurden, aber höchst interessanten Vorstellungen zu Möglichkeiten künftiger Zeiten. Intensive Beschreibungen zu Mutter Natur, einiges an russischem Pathos und die Ungeniertheit, mit der Sorokin die Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten vorstellt, vermittelt und dem Leser teils laut schreiend einprügelt, tun ihr übriges. Eine ganz klare Leseempfehlung, fernab der gängigen Mainstreamlektüren. Lesen lohnt sich auf jeden Fall!

Auch lesenswert:

Der Tag des Opritschniks

Der Tag des Opritschniks von Vladimir Sorokin bei Amazon
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Sorokins Urteil über sein Russland ist eindeutig: „Russlands Gegenwart ist nur noch mit den Mitteln der Satire zu beschreiben.“

Genau daraus macht der russische Schriftsteller in diesem Roman keinerlei Hehl. Im Gegenteil. Einfach lesenswert!

Was ist Glyphosat? Gefährlich oder harmlos?

Glyphosat ist das zurzeit wohl am heftigsten diskutierte Herbizid am Markt. Der Unkrautvernichter ist so lang und so flächendeckend im Einsatz, wie kaum ein anderer. Er ist eine Entwicklung von Monsanto aus den USA. Doch was ist Glyphosat und weshalb wird es geschützt?

wheat-609909_1920Glyphosat (chemische Summenformel C3H8NO5P) ist ein sogenanntes nicht-selektives Blattherbizid und wird zur Vernichtung verschiedener Unkrautarten in der Landwirtschaft genutzt. Aktuell ist Glyphosat ein Inhaltsstoff vieler Breitbandherbizide. Das Mittel wurde in den 1970er Jahren vom US-amerikanischen Agrarriesen Mosanto auf den Markt gebracht und vermarktet. Diesem Herbizid wird nachgesagt, dass es ein Unkrautvernichter sei, der nur gentechnisch veränderte Pflanzen verschone.  Das Glyphosat-Produkt, mit dem Monsanto 1974 an den Markt ging hieß RoundUp – und hat den Namen bisher beibehalten. Da die Patente Monsantos in vielen Ländern bereits abgelaufen sind, tummeln sich auch weitere Produkte mit den gleichen Eigenschaften unter anderen Namen auf dem Markt. Glyphosat RoundUp wird zunehmend weiter verbreitet.

Die Wirkungsweise glyphosathaltiger Herbizide

Glyphosat wird von Pflanzen durch alle grünen, also an der Fotosynthese beteiligten Bestandteile aufgenommen – vor allem über die meist großflächigen Blätter. Der Wirkstoff Glyphosat wird von dort aus direkt in die Wurzeln weitergeleitet, zu den Wachstumspunkten. Auch jüngere Triebe werden gezielt vom Wirkstoff angesteuert. Dort angekommen blockiert Glyphosat die Produktion von Aminosäuren, die dafür nötig sind, dass die Pflanze wächst. Diese Art des Stoffwechsels ist bislang nur bei Bakterien, Pflanzen und Pilzen bekannt. Somit erklärt sich, dass Glyphosat sowohl für Menschen wie auch Tiere generell nur vernachlässigbar toxisch einzustufen ist. Wissenschaftliche Studien bestätigten dies.

Wegen seiner direkten Wirkung auf die behandelten Pflanzen werden Glyphosate mit Vorliebe zum Schutz von gentechnisch veränderten Saaten verwendet. Einer der größten Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut ist wieder Monsanto. Gentechnisch veränderte Pflanzen reagieren nicht auf die Glyphosatbehandlung.

Schwerwiegende Vorwürfe wegen Glyphosatverharmlosung

Bereits seit Längerem werfen BUND und andere nationale sowie internationale Organisationen und Forscher der Agrarindustrie vor, Glyphosat würde Embryonen schädigen und krebserregend sein. Immer wieder werden Rufe gegen das Mittel laut. Auch die Grünen im Bundestag machen sich gegen diesen Chemiemix stark.

Das Bundesamt für Risikobewertung 2014 entschied dem widersprechend, Glyphosate seien so ungefährlich, dass die Höchstmenge, die ein Erwachsener pro Tag ohne zu erwartende gesundheitliche Beeinträchtigung verzehren dürfe, von 0,3 mg auf 0,5 mg pro Kilo Körpergewicht angehoben wurde. Für alle Kritiker bedeutet dies eine Art Super-GAU. Das Anheben der Schwelle von 0,3 mg auf 0,5 mg bedeutet eine Toleranzsteigerung von 60%. Für einen Menschen mit einem Körpergewicht von 75 kg bedeutet das, dass er bis 2014 22,5 mg Glyphosat zu sich nehmen konnte, ohne gesundheitliche Einschränkungen befürchten zu müssen. Ab 2014 waren es dann 37,5 mg, die der 75 kg schwere Mensch vertragen müsste. Das widerspricht den Feststellungen der Albert-Schweitzer-Stiftung vom Juni 2014 erheblich.

Glyphosat und RoundUps: gefährlich für DNA

Monsanto als Giftmischer - nicht nur für Glyphosat
Monsanto als Giftmischer

Laut verschiedenen Veröffentlichungen und Studien, wird Glyphosatprodukten und RoundUps eine schädigende Wirkung auf unter anderem DNA, Embryonalzellen sowie Plazentazellen zugeschrieben. Dies betrifft nicht nur den menschlichen Organismus – auch Tiere seien in erheblichem Maße davon betroffen. Die Albert-Schweitzer-Stiftung führt zudem weiter aus, dass Glyphosat offensichtlich mitverantwortlich sei, für eine Vielzahl an Fehlbildungen sowie Fehlgeburten.

Eine Studie des MDPI verdeutlicht darüberhinaus, dass Glyphosat das Auftreten von Alzheimer, Diabetes und sogar Krebs begünstigte. Gleichfalls würden damit belastete Menschen eher an Depressionen, Herzerkrankungen sowie Unfruchtbarkeit leiden. Unabhängig vom persönlichen und gesellschaftlichen Schaden, den diese Monsanto-Kreation anrichten kann, wirke das Herbizid auch negativ auf die Fruchtbarkeit des Bodens und der darin innewohnenden Fauna (siehe: agrarkoordination.de).

Fazit: Glyphosat ist gefährlich!

Einige Glyphosatverfechter hingegen beteuern gebetsmühlenartig, dass die entsprechenden Studien nicht aussagekräftig seien. Sie würden nicht zweifelsfrei den ursächlichen Einfluss von Glyphosat RoundUps für die Erkrankungen und genetischen Erscheinungen darlegen. Doch schon allein die begründbare Vermutung, die objektiv heranziehbare Eventualität, Glyphosat, das unbestreitbar essenzieller Bestandteil unseres Alltags ist, reicht aus, um hier aktiv gegen den ausgemachten Goldesel von Monsanto vorzugehen.

Wie sehen Sie das? Teilen Sie mir Ihre Meinung zu Glyphosat, Gentechnik und Monsanto mit.

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Ist Amazon böse?

Kein schlechtes Gewissen wegen Amazon

Um eines vorweg zu nehmen: Nein, es ist mir nicht egal, ob und inwiefern der lokale, stationäre Buchhandel unter der Übermacht Amazons zu leiden hat. Gleichzeitig ist es meiner Meinung nach jedoch so, dass Nicht Amazon das Problem ist, sondern mehr die Tatsache, dass sich der stationäre Buchhandel zu lange auf seinem Status ausgeruht und die Digitalisierung komplett verschwitzt hat. Das ist kein Problem, das Amazon oder die Onlinecommunity geschaffen hat.

Ähnliches schreibe ich sogar den Arbeitsbedingungen bei Amazon zu. Solange Arbeitsagenturen Zeitarbeitsfirmen anstatt richtige Arbeitsplätze vermitteln, geben ebendiese Amazon recht.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sebastian Klaus